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Neue Energiemodelle – neue Chancen

Mit der Annahme des Stromgesetzes im Juni 2024 wurden die Möglichkeiten für den Eigenverbrauch nochmals erweitert. Eigenverbrauchsmodelle bieten sowohl Stromproduzenten als auch Bewohnerinnen und Bewohner zahlreiche attraktive Vorteile. Das Gesetzespaket wird stufenweise eingeführt, die Änderungen des Energiegesetzes ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten, die Änderungen des Raumplanungsgesetzes am 1. Juli 2025 und das überarbeitete Stromversorgungsgesetz am 1. Januar 2026. Zielsetzungen sind einerseits die Stromproduktion generell zu erhöhen im Interesse der Versorgungssicherheit. Andererseits nachhaltig produzierte Energie zu fördern, um das Netto-Null-Ziel bis 2050 zu erreichen.

Eigenverbrauch soll sich auch finanziell lohnen, denn eigenproduzierter Strom ist günstiger als der Strom aus dem Netz, der auch Nutzungskosten und Abgaben enthält. Es profitieren aber nicht nur die eigentlichen Produzenten, sondern auch Personen, die einer Gemeinschaft angeschlossen sind.

Hier ein kompakter Überblick, was diese Modelle bedeuten, wie sie funktionieren und welche Vorteile sie bringen.

  1. ZEV – Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (Solarstrom-Gemeinschaft)

Der ZEV ist das heute wichtigste Energie-Gemeinschaftsmodell im Gebäudebereich. Mehrere Parteien nutzen gemeinsam lokal produzierten Solarstrom und erhöhen dadurch den Eigenverbrauch einer PV-Anlage.

So funktioniert ein ZEV

  1. Produktion: Eine PV-Anlage liefert Strom direkt ins Hausnetz.
  2. Eigenverbrauch: Bewohner nutzen diesen Strom zuerst.
  3. Überschüsse: Nicht verbrauchter Strom geht ins Netz und wird vergütet.
  4. Reststrom: Fehlender Strom wird normal vom Netz bezogen.
  5. Abrechnung: Ein Hauptzähler plus interne Smart Meter ermöglichen eine transparente, interne Stromrechnung.

Vorteile für Eigentümer

  • Höhere Rentabilität der PV-Anlage
  • Bessere Planbarkeit / attraktive Vermietung
  • Eigene Tarife innerhalb der Vorgaben möglich

Vorteile für Mieter

  • Meist 10–30 % günstigerer Strom
  • Hohe Transparenz
  • Beitrag zur Nachhaltigkeit

  1. Areal-ZEV / Quartier-ZEV

Der ZEV kann auch auf mehrere Gebäude oder ganze Siedlungen ausgeweitet werden – ideal bei Neubauten oder Überbauungen.

Besonderheiten

  • Gemeinsame Arealnetze
  • Grosse PV-Anlagen - führen zu höherer Autarkie
  • Mischformen (Miete/Eigentum) möglich

Nutzen

Mehr Unabhängigkeit, bessere Wirtschaftlichkeit und ein optimierter Einsatz der Solarenergie auf Quartier-Ebene.

  1. vZEV – Virtueller ZEV (ab 2025)

Der virtuelle ZEV ist die digitale Weiterentwicklung des klassischen ZEV. Er ermöglicht einen gemeinsamen Solarstromverbrauch über mehrere räumlich getrennte Gebäude, ohne physische Leitungen oder Arealnetze.

Funktionsweise

  • Jedes Gebäude behält seinen Hauptzähler
  • Produktion & Verbrauch werden digital verrechnet
  • Smart Meter ermöglichen die virtuelle Stromzuteilung
  • Strom fliesst physisch wie gewohnt – die Abrechnung ist virtuell

Vorteile für Eigentümer

  • Skalierbar über mehrere Liegenschaften
  • Höhere Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen
  • Keine baulichen Anpassungen nötig

Vorteile für Mieter

  • Günstiger Solarstrom ohne eigenes Solardach
  • Transparente digitalisierte Abrechnung

  1. Vergleich der Modelle

Modell

Energieform

Verbindung

Typisch/geeignet für

ZEV

Solarstrom

physisch

Einzelgebäude / Areal

Areal-ZEV

Solarstrom

physisch

Siedlungen, Neubauquartiere

vZEV

Solarstrom

digital

räumlich getrennte Gebäude

Fazit: Welche Lösung passt für wen?

  • ZEV eignet sich ideal für einzelne Gebäude und Areale, die lokalen Solarstrom maximal nutzen möchten.
  • Areal-ZEV ist die logische Erweiterung für grössere Überbauungen.
  • vZEV öffnet die Tür zu völlig neuen Kooperationsmodellen ohne bauliche Hürden – und wird ab 2025 stark an Bedeutung gewinnen.

Gemeinsam tragen diese Modelle dazu bei, die Energiezukunft in der Schweiz effizienter, nachhaltiger und kostengünstiger zu gestalten.

Lassen Sie sich beraten

Wir von Taxalis verfolgen die Entwicklungen aufmerksam und interessieren uns einerseits für die Aspekte, die im Rahmen eines Immobilienbewirtschaftungs-Mandats relevant sind. Andererseits behalten wir auch die ökonomischen Aspekte im weiteren Sinn im Auge für unsere ganzheitlichen Treuhand-Beratungen. So oder so können Sie uns diesbezüglich gerne kontaktieren.